Unsere erste Streuobstwiese

Der kultivierte Obstanbau begann bereits bei den Persern im 6. Jh. vor Christus. Griechen und v.a. Römer entwickelten ihn zu einer Hochkultur.
Ab dem 17. Jh wurde die Bedeutung des Obstanbaus für die Ernährung der Bevölkerung erkannt und die Bürger zur Pflanzung von Bäumen verpflichtet. Die Pomologie – Wissenschaft von den Obstsorten – entstand. Im 19. Jh war Most Grundnahrungsmittel, der Verbrauch lag bei einer vierköpfigen Familie bei 2000 Liter pro Jahr. Man kultivierte Apfelsorten, die besonders lange haltbar waren, um auch im Winter Nahrung zu haben.
Durch den Erwerbsobstanbau verloren Streuobstwiesen an Bedeutung und die meisten verschwanden. Das Problem darin ist nicht nur der kulturelle Verlust. Viele alte Sorten (in Deutschland waren es bis zu 5000) bedeuten genetische Vielfalt. Jahrhunderte kamen alte Sorten ohne Spritzmittel aus.

Gefährlich ist das heutige genetisch einförmiges Sortiment. So müssen je nach Witterung die gängigsten im Supermarkt erhältlichen Sorten bis zu 20 mal im Jahr mit Fungiziden gespritzt werden. Daher sind pilzresistente Sorten wichtig für die Verringerung von Pflanzenschutzmittel, die im Verdacht stehen, die Anzahl der Insekten um 75 % und die der Vögel um 50 % verringert zu haben.

Heute ist uns der ökologische Wert von Streuobstwiesen bewusst geworden.
Streuobstwiesen sind Heimat und Nahrungsquelle für bis zu 3000 Tierarten. Wir befinden uns in einem Vogelschutzgebiet, Grünspecht, Mittelspecht und Zaunammer leben hier. Diese Vogelarten bevorzugen offene Flächen, Hecken und hohe Strukturen – alles, was eine Streuobstwiese bietet. Von besonderer Bedeutung sind die Höhlen älterer Bäume als Versteck- oder Brutplätze. Daher wurden die beiden alten großen Kirschbäume für Spechte, Käuze, Siebenschläfer und diverse Fledermausarten freigestellt. Kleine Steinmauern bieten Zaun- und Mauereidechsen Schutz.

Weil uns Umweltschutz wichtig ist!

Ortsverein SPD